Screenshot Google Moderator

Moderationstool für große Gruppen

Gruppenmoderation ist eigentlich nicht so schwer. Wird aber mit zunehmender Gruppengröße und räumlicher Verteilung immer schwieriger. Während sich für kleine Gruppen immernoch ein Termin finden lässt, an dem jeder kann (und sei es durch Tools wie Doodle), so ist es bei Gruppen ab 40 Personen gar unmöglich. Aber auch wenn man es schafft sich zu treffen, ist es von Vorteil, wenn sich bereits alle Teilnehmer so weit wie möglich vorbereiten konnten. Dafür gibt es sicherlich viele Möglichkeiten, wir möchten jedoch ein Tool vorstellen, was unserer Meinung nach alle wichtigen Punkte vor und während des Treffens / dem Ereignis abdeckt.

Einfache – provisorische – Lösungen sind virtuelle Treffen per Skype oder Google Hangout. Diese haben den Vorteil, dass die soziale Komponente so weit es geht gewahrt bleibt. Nur leider den großen Nachteil, dass immernoch ein Zeitpunkt für alle gefunden werden muss und sie ab einer bestimmten Gruppengröße nicht mehr (effizient) funktionieren. Diese Nachteile würde eine Art Forum, in dem Teilnehmer ihre Fragen und Anregungen posten können, wett machen. Diese sind jedoch mit dem Aufwand des Aufsetzens und Pflegens verbunden. Im Vorfeld zu einem Hangout von Google Developers zu WebRTC bin ich auf eine interessante Lösung gestoßen. Google Moderators zielt wie der Name sagt, auf Moderatoren ab und möchte diese Probleme lösen.

Möglichkeiten

Google Moderator lässt sich für die Sammlung von Ideen, Fragen und Vorschlägen zu Themen, Ereignissen oder Besprechungen nutzen. Also ließe sich damit zum Beispiel Fragen für ein Interview sammeln. Dabei können Nutzer eigene Fragen einstellen und diese einem bestimmten Thema des Interviews zuordnen. Weiterhin können Einträge bewertet werden (z.B. Gute Frage? Ja / Nein) und kommentiert werden. So lässt sich schon im Vorhinein sehr gut abschätzen, welche Interessen das Auditorium hat und die Veranstaltung / Besprechung / das Interview entsprechend gestalten. Einträge können je nach getroffener Einstellung auch anonym übermittelt werden.

Natürlich können Einträge sofort oder erst nach Begutachtung veröffentlicht werden. Auch eine automatische Zurückhaltung von doppelten Einträgen und eine Filterung nach bestimmten Phrasen lässt sich einstellen. Weiterhin kann die Sichtbarkeit der Sammlung im Internet eingestellt werden.

Gibt jemand einen neuen Beitrag ein, wird dieser mit etwas Verzögerung auch bei anderen Nutzern angezeigt. So lässt sich dieses Tool auch für Veranstaltungen deren Inhalte auch im Verlauf verändert werden können / sollen nutzen. Besonders nützlich ist auch der Präsentationsmodus, welchen man während des Ereignisses als zusätzliche Übersicht für die Teilnehmer verwenden kann. Im Grunde ist dieser Modus eine Liste, welche von oben nach unten abgearbeitet wird, jedoch ist diese per Pfeiltasten navigierbar. Dabei wird der jeweils aktive Punkt hervorgehoben. Bereits besprochene Punkte werden ausgegraut.

Verwendung

Zum Erstellen einer Serie (von Fragen, Ideen, Vorschlägen) ist ein Google Account von nöten, wie schon erwähnt jedoch nicht unbedingt für das Einreichen. Möchte man eine Serie erstellt ist eigentlich nur die Eingabe des Titels erforderlich. Ein Klick auf „erweitert“ lohnt sich aber. Dort lässt sich eine Beschreibung anlegen und ein Youtube Video anhängen, die Sichtbarkeit einstellen, weitere Serieninhaber angeben und die Art der Einträge (Fragen, Ideen, Vorschlägen) und Unterkategorien (Ereignis, Besprechung, Thema) einstellen. Auch die Moderation der Einträge lässt sich anpassen (sofortiges Veröffentlichen, doppelte Posts zurückhalten, anonymes Posten, …). Sämtliche Einstellungen lassen sich dabei im Nachhinein ändern.

Ist die Serie erstellt – in unserem Beispiel „Interview mit uns“ – muss nun mindestens eine Unterkategorie – Bsp. Thema – angelegt werden. Diese bekommt mindestens einen Titel und kann eine Beschreibung erhalten. Auch die präsentierende Person kann schon bekannt gegeben werden. Sehr nützlich ist das Angeben von Start- und Endzeiten für die Einreichung von Fragen. Wiederum sind die Einstellungen nicht in Stein gemeißelt.

Fehlt nur noch das Einreichen von Fragen. Dazu wählt man einfach das entsprechende Thema und klickt auf „Frage einstellen“, gibt die Frage ein und fertig. Eigene Fragen können im Nachhinein wieder entfernt und andere als unangemessen markiert werden. Inhaber einer Serie können zudem Fragen in andere Themen verschieben. Generell können sämtliche Fragen bewertet, kommentiert oder weitergeleitet werden (per Link, eMail oder zu Facebook, Twitter, Google+).