Petroglae - ein dezentrales soziales Netzwerk ohne Server

Petrogale – ein dezentrales soziales Netzwerk im Browser

Wir möchten an dieser Stelle ein Projekt von Marten vorstellen, dass uns sehr am Herzen liegt. Petrogale könnte man als Anfänge des Web 3.0 bezeichnen, denn dort werden die Inhalte nicht mehr nur von den Nutzern erzeugt, sondern auch bei ihnen gespeichert. Dabei entstehen zwar im Grunde keine neuen Funktionen für den Benutzer, aber dennoch zwei entschiedene Vorteile. So stehen die Privatsphäre und eine sichere Kommunikation ganz klar im Vordergrund, wodurch es gerade in Zeiten von PRISM interessant wird. Ein weiterer Effekt ist, dass der Zugang zu den Inhalten weniger stark einer Kontrolle unterliegt.

Petrogale – der wissenschaftliche Name für Bergkängurus – wird ein soziales Netzwerk mit einem angeschlossenem Nachrichten-/Wissensportal. Wie auch bei anderen Netzwerken, wie Facebook, lassen sich private Nachrichten verschicken, Statusnachrichten teilen, etc. Hier wird nach und nach der gewohnte Funktionsumfang ermöglicht. Über das geplante Nachrichten- bzw. Wissensportal können Inhalte sowohl anonym als auch unter einem Pseudonym veröffentlicht werden.

Idee

Die Idee hinter Petrogale war nicht der Datenschutz als solcher. Eigentlich wollte Marten mit seiner Bachelorarbeit (die die Grundlage für Petrogale bildet) ein dezentrales Wiki schaffen, welches durch seine Struktur keinen einzelnen Angriffspunkt bietet, wodurch der Zugang zu Wissen bzw. Kommunikation weniger leicht gestört werden kann. Dabei gab es aber auch bereits den Nebeneffekt, dass sich Hardwarekosten reduzieren lassen. Durch die Enthüllungen rund um PRISM rückte jedoch der Datenschutz weiter in den Vordergrund. So dass nun kein Wiki entsteht, sondern ein soziales Netzwerk, und sich lediglich die Prioritäten vertauscht haben.

Technischer Hintergrund

Um all dies zu erreichen wird ein Peer-to-Peer-Netzwerk eingesetzt. Diese sind sicherlich durch Tauschbörsen bekannt. Aber bei Petrogale ist keine weitere Software von Nöten, da es im Browser läuft. Somit kann jeder ohne zusätzliches Wissen oder Software daran teilnehmen. Das Einzige was anders zu anderen Webseiten sein wird, ist die Geschwindigkeit und der Fakt, dass unter bestimmten Umständen Inhalte temporär nicht verfügbar oder veraltet sein könnten. Dafür wird eine Technologie benötigt, die zur Zeit noch entwickelt wird. WebRTC (Web Real Time Communication) ist an dieser Stelle das Stichwort.

Der Kern von Petrogale – also das „Programm“, welches im Hintergrund das Netzwerk und die darin enthaltenen Daten verwaltet – wird unter dem Namen Mareeba entwickelt und soll unter eine Open-Source-Lizenz gestellt werden. Auch jetzt schon lässt sich der Code auf github finden. Zudem werden von Zeit zu Zeit auf dem dazugehörigen Blog nützliche Artikel rund um Mareeba, WebRTC und JavaScript veröffentlicht.

Im Moment

Anfang Juli wurde Petrogale in der Netzwelt auf FluxFM vorgestellt. In Folge dessen hat sich ein kleines Team von Entwicklern gefunden, die dieses Projekt weiterentwickeln und umsetzen möchten. Noch sind wir jedoch dabei, uns auf einen einheitlichen Wissenstand zu bringen und unsere Ideen und Vorstellungen zu bündeln, bevor es richtig losgehen kann. Eine kleine Ausprobierversion gibt es dafür schon auf petrogale.org/latest. Diese entspricht dem Stand zum Zeitpunkt der Abgabe der Arbeit.